Evangelisches Dekanat Weilburg

WIR gestalten Kirche in der Region

Dekanat Berichte

Jahreslosung 2019 in Ps 34,15: „Suche Frieden und jage ihm nach!"

Liebe Synodalgemeinde,

Weihnachten ist auch heute noch vielfach ein Familienfest – nicht nur wegen der Heiligen Familie; für viele von uns ist auch die eigene Familie „heilig". Doch immer seltener kommt an diesen Tagen die gesamte Familie zusammen. Das ist inzwischen auch die Erfahrung von meiner Ehefrau und mir: Die Kinder wohnen weit entfernt und müssen mitunter auch an den Feiertagen arbeiten. Auch wir als Eltern und Großeltern haben an den Festtagen immer noch unsere eigenen Verpflichtungen in der Region, beruflich und privat; dazu gehört inzwischen auch die Versorgung der hochbetagten Schwiegereltern. Wo es dennoch gelingt, die Familie an einen Tisch zu bekommen – Kinder, Eltern, Großeltern und vielleicht auch noch Geschwister und Tanten – da wünscht man sich, dass das Zusammensein harmonisch und friedlich verläuft. Doch die Wirklichkeit sieht manchmal auch anders aus.

Frieden ist kein Dauerzustand – nicht unter Eheleuten und Partnern, nicht in unseren Häusern und Familien, auch nicht in unseren Gemeinden, Kirchengemeinden und Dekanaten. Frieden ist weltweit ein Problem. Er stellt sich nicht von alleine/automatisch ein, ist nicht selbstverständlich am Arbeitsplatz oder wenn ich mit Freunden, Bekannten, Nachbarn oder einfach meinen Nächsten zusammentreffe. Frieden – der im Kleinen wie im Großen – liegt nicht einfach auf der Straße; ihn kann ich nicht einfangen und festhalten, wenn ich ihn entdecke; Frieden muss werden. Wollen wir ihn, müssen wir ihn suchen und leben und pflegen; denn er ist sehr zerbrechlich.

Davon kann bereits der Beter des 34. Psalms ein Lied singen.  In Vers 15b, den Worten der Jahreslosung für 2019, heißt es: „Suche (den) Frieden und jage ihm nach."  Diese Aufforderung hat ihren Grund in der Dankbarkeit des Beters über den Frieden, den er in sich selbst spürt. Dennoch ist für ihn Frieden nicht nur ein Gefühl, sondern auch ein Tun – und damit Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach einer heilen Welt und einer festen Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander und Füreinander der gesamten Schöpfung, also ein ganzheitliches Wohlbefinden und Glück, an dem ich mitarbeite.

 

Unser Psalm ist ein sog. „Danklied", das im Gottesdienst seinen Platz hat, also auch hier und heute hingehört. In ihm „buchstabiert" der Beter seine Dankbarkeit Gott gegenüber im Sinne des Wortes durch, indem er in alphabetischer Ordnung Lebenserfahrungen und Einsichten und Weisheiten nennt, die Gottes Frieden dokumentieren. Gott nimmt meine Angst (V.5), er hilft in Notlagen (V.7), er rettet (V.8) und schützt mich (V.9), er lässt mich keinen Mangel leiden (V.10). … Er hält Not und Leid auch in meinem Leben nicht von mir fern; er gibt mir aber immer wieder neu eine Perspektive, wenn ich ihm vertraue (VV. 18-21.23).

Gottes Frieden umgibt mich, auch wenn ich meinen Frieden noch nicht gefunden habe – Das ist in Kurzform die Botschaft des Psalms.„Auch wenn ich meinen Frieden noch nicht gefunden habe" – den haben wir alle noch nicht gefunden/geschlossen, auch nicht mit dem, was vor uns liegt: Die Fusion der beiden Dekanate ist kein „Friedensprojekt". Mit den Entscheidungen, die anstehen – heute zu einer „GüT" und zu einem ersten gemeinsamen Sollstellenplan – „befrieden" wir weder unsere Dekanate noch ihre Kirchengemeinden oder Stellenpotentiale, sondern stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die uns miteinander in Streit/Auseinandersetzungen führt, die wir unseren Gemeinden und der Kirche in der Region schuldig sind, damit sie eine Perspektive / Zukunft haben. Wie wir diese „Auseinandersetzungen" gestalten, liegt in unseren Händen.„Auch wenn ich meinen Frieden noch nicht gefunden habe" welchen Frieden wünsche ich mir, welchen wünschen wir uns? Welches Ergebnis würde uns alle an diesem Abend zufrieden stellen? Kann es das überhaupt geben?

Ich denke nicht; denn während die einen sich selbst genug sind – oft auch in unseren kirchlichen und kirchengemeindlichen Strukturen – gehören für die anderen die (oft auch unbekannten) Nachbarn dazu, auch die Gemeinden in der Nachbarschaft und die Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Während den einen in der großen Politik schon ein vorübergehender Waffenstillstand ausreicht, um von „Frieden" reden zu können, gehört für die anderen eine waffenfreie Zone dazu, wenn Frieden eine Chance und nachhaltig Bestand haben soll.Der Beter hat erkannt: Gottes Frieden verändert Welt und Menschen. Er verändert den Beter; er verändert auch uns – und zugleich nimmt er uns hinein in die Verantwortung für die Welt und für die Menschen, für unsere Kirche, für unsere Kirchengemeinden und für Kirche in der Region. Mit dieser Verantwortung bleiben wir nicht bei Gottes Frieden stehen, sondern geben wir seinem Frieden Raum – bei uns selbst und anderen. Um diesen Frieden geht es. Um ihn geht es auch bei dieser Synode und ihren Themen.Ich bin gespannt, welchen „Frieden" bzw. welchen neuen „Raum" oder besser welche neuen „Räume" wir am Ende dieser Tagung mit nach Hause nehmen, mit welchen Inhalten und Formen wir ihn in Zukunft füllen und gestalten werden!

Gott begleite uns bei unseren Beratungen und Entscheidungen.   AMEN!

Herrnhuter Losungen

3. Sonntag vor der Passionszeit ? Septuagesimae
Tageslosung von Sonntag, 17. Februar 2019
Lobet ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein ? wir alle, die wir durch Christus von Hoffnung erfüllt sind!

Lektorenausbildung

praedikanten

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